Aus alten Niederschriften und Protokollen der Gemeinde ist zu entnehmen,
daß schon um
1850
eine Feuerwehrmannschaft in Seybothenreuth bestand.
Damals versuchten die Bürger mit einfachen Mitteln wie Eimerketten
und Reißhaken
das Feuer zu bekämpfen.
Die Bemühungen, ein besseres Gerät zur Brandbekämpfung
zu erhalten, mündeten
1860 in die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr.
1860
In seiner Sitzung vom 22. Januar beschließt der Gemeinderat
einstimmig,
"....daß das für die Feuerwehr erforderliche Löschhäuschen
zur Aufbewahrung einer
zweiten Distrikts-Feuerlöschmaschine in Seybothenreuth auf
Kosten der Gemeinde
herzustellen ist ....".
Dieses "Feuerlöschhäuschen" erfüllte
anschließend bis 1962,
also 102 Jahre lang, seinen Dienst.
1880
Der Mitgliederstand beträgt wie bei der Gründung 17
Mann.
1883
Die Feuerwehr tritt dem Bayerischen Feuerwehrverband bei.
um 1895
Anläßlich einer "Bestandsaufnahme" werden
45 Mitglieder vermerkt.
Gerät und Ausrüstung müssen noch von den Wehrleuten
selbst bezahlt werden,
darunter auch die einheitlichen Uniformen, Helme und Gurte.
Unter dem Kommandanten Johann Engelbrecht aus Döberschütz
"wurde fleißig geübt".
1900 - 1914
Für Döberschütz, Draisenfeld, Würnsreuth
und Brüderes werden Handdruckspritzen
angeschafft, um den Feuerschutz auch in den Ortsteilen sicherzustellen.
nach 1918
Fenkensees und Döberschütz bilden gemeinsam eine eigene
Wehr,
Brüderes schließt sich Windischenlaibach an.
Die anderen Orte bleiben als Freiwillige Feuerwehr Seybothenreuth
zusammen.
Der Mitgliederstand der beiden Wehren bleibt recht konstant und
schwankt zwischen
insgesamt 40 und 48 Wehrmännern.
Die Generalversammlung wird regelmäßig im Anschluß
an die Frühjahrsinspektion abgehalten.
1928
Eine amtliche Bekanntmachung mahnt zur Pflicht, bei Brandfällen
"Freibier und Rauchen"
an die eingesetzten Wehrleute auszugeben.
1929
Laut einer Inventur befanden sich im Besitz der Feuerwehr:
150 m Handschläuche, 50 Blechhelme, 57 Feuerwehrgurte, 44
Uniformen, 6 Laternen,
2 Signalhörner, 9 Handeimer, 6 Steigerbeile, 1 Kommandantenhupe,
und Kleingerät.
Wehrmänner, die unentschuldigt den Übungen fernblieben,
mußten 1 Mark
in die Feuerwehrkasse bezahlen.
1930
Bei einem Scheunenbrand im Anwesen Engelbrecht, Seybothenreuth,
kamen insgesamt
10 Wehren aus der Umgebung zum Einsatz.
1933
Die erste Motorspritze wird angeschafft.
Bei einer Festveranstaltung mußten 30 Mark Eintritt am Festplatz
bezahlt werden,
für den Abend gar 50 Mark.
Dabei wurden 10 Feuerwehrleute für 50-jährige Mitgliedschaft
mit dem Ehrendiplom geehrt.
1935
Fenkensees erhält eine Motorspritze, die aus Eigenmitteln
der Bürger bezahlt wird.
1939 - 1945
Da alle wehrtüchtigen Männer zum Kriegseinsatz eingezogen
wurden,
mußten Jugendliche, alte Männer und Frauen die Aufgaben
des Brandschutzes wahrnehmen.
1946
Unter dem Kommandanten Hans Zapf, der später auch als Kreisbrandinspektor
fungiert,
wird wieder eine gemeinsame Wehr aus allen Ortsteilen aufgebaut.
1950
Aus Beständen der amerikanischen Besatzung wird das erste
Löschfahrzeug, ein Dodge, erworben.
1951
Mit einem Jahr Verspätung wird das 90-jährige Jubiläum
gefeiert.
1953
Mit Spenden aus der gesamten Bürgerschaft konnte der Wunsch
nach der
ersten Vereinsfahne erfüllt werden.
Die Patenschaft übernahm die Freiwillige Feuerwehr Kemnath.
1954/55
Für Würnsreuth und Draisenfeld wird 1954 zur Gewährleistung
eines
ausreichenden Feuerschutzes je eine gebrauchte TS 8/8 mit Zubehör
gekauft.
1955 erhält auch die Ortschaft Seybothenreuth eine neue
TS 8/8.
1960
In Verbindung mit dem 100-jährigen Jubiläum der Wehr
wird der
Kreisfeuerwehrtag in Seybothenreuth abgehalten.
1962
Ein neues Gerätehaus mit Schlauchtrockenturm kann seiner
Bestimmung übergeben werden.
1964
Im Rahmen des Aufbaus des Zivilen Bevölkerungsschutzes wird
ein LF 16/TS
des II. Zuges der 41. Feuerwehrbereitschaft in Seybothenreuth
stationiert.
Dabei wurden auch die Aufgaben des Katastrophenschutzes von der
Wehr
Seybothenreuth mit übernommen.
Die Aufgaben des Zivilschutzes, so der jetzige Name, werden bis
heute von der
FFW Seybothenreuth übernommen.
1968
Die Feuerwehr Seybothenreuth kann sich bei einem Großbrand
bei der Firma Weigend
besondere Verdienste erwerben.
1970
Zum 110-jährigen Jubiläum kann ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug
TSF in Dienst gestellt werden.
Die Schnelligkeit und Schlagkraft der Wehr erhöhen sich dadurch
beträchtlich.
1975
Seybothenreuth schließt sich der Funkalarmierung des Landkreises
Bayreuth an.
Zwei Jahre später konnten in beiden Fahrzeugen Funkgeräte
installiert werden.
1978
Eine Gruppe der Freiwilligen Feuerwehr Seybothenreuth erreicht
erstmals die
Endstufe der neugestalteten Leistungsprüfung.
Die Feuerwehrangehörigen des Ortsteiles Brüderes, der
nach Speichersdorf
umgemeindet wurde, schließen sich der FFW Windischenlaibach
an.
1980
Die Aufstellung von Hydrantenkästen, die wichtiges Gerät
für die Erstbekämpfung enthalten,
bringt in Wallenbrunn und Draisenfeld eine weitere Verbesserung
des Feuerschutzes.
Würnsreuth und Döberschütz erhielten jeweils einen
Handschlauchwagen, in dem ebenfalls
wichtiges Gerät untergebracht ist.
Im Rahmen eines kleinen Gründungsfestes zum 120-jährigen
Jubiläum trat die neugegründete
Hornistengruppe erstmals auf.
1984
Für das seit 20 Jahren im Dienst stehende LF 16/TS erfolgt
im Januar eine Ersatzbeschaffung.
Das alte Fahrzeug wird aus den Beständen des Bundes durch
ein neues Fahrzeug gleichen Typs ersetzt.
Das alte Fahrzeug wird von der Gemeinde erworben und ebenfalls
der Feuerwehr zur Verfügung gestellt.
Weiterhin wurde ein zusätzliches Funkgerät angeschafft,
so daß alle drei Fahrzeuge
mit Funk ausgerüstet sind.
1985
Im Rahmen des Kreisfeuerwehrtages wird das 125-Jubiläum
veranstaltet.
1986
Neubeleben der bereits bestehenden Jugendgruppe durch Aufnahme
weiterer Jugendlicher und
Personalkonsolidierung nach Kommandantenwechsel.
1987
Gründung und Aufstellung des 9. Löschzuges auf Landkreisebene
als selbstständig agierende Feuerwehr.
Die Schaffung dieses Löschzuges bedeutet eine Aufwertung
der Wehr sowie eine Veränderung
ihrer Einsatzstrukturen.
Erstmaliges Einbringen von Anträgen zum Bau eines neuen
Feuerwehrgerätehauses in den Gemeinderat.
Ein Arbeiten in den alten Verhältnissen war zu dieser Zeit
fast nicht mehr möglich.
1988
Anschaffung einer Rettungsschere mit Motorpumpenaggregat, um
bei Verkehrsunfällen bessere Hilfe
leisten zu können.
Einführung der Stillen Alarmierung mit 21 Funkmeldeempfängern.
1989
Baubeginn zum neuen Feuerwehrgerätehaus und Gemeindezentrum.
1991
Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses nebst Gemeindezentrum.
Die neuen Räumlichkeiten bieten die Möglichkeit, alle
Geräte zentral zu stationieren, was
im alten Gerätehaus nicht möglich war.
Zusätzlich stehen im neuen Gebäude ein Schulungsraum,
ein Kommandantenzimmer sowie
Werkstätten, Lager, sanitäre Anlagen und Schlauchwaschanlage
zur Verfügung.
In großem Engagement haben die Wehrmänner bei der
Fertigstellung des Gerätehauses
mit 2817 Arbeitsstunden tatkräftig mitgeholfen.
1992
Beschaffung eines Rettungsspreizers zur Vervollständigung
des THL-Hilfeleistungssatzes,
um auch hier in Not geratenen Menschen wirkungsvolle Hilfe zuteil
werden zu lassen.
1993
Indienststellung eines Führungsfahrzeuges (MZF) für
den Löschzug.
Durchführung des Jugendleistungsmarsches der Inspektion
IV / Landkreis Bayreuth sowie
der Stadt Bayreuth.
1994
Als Ersatzbeschaffung für das TSF wird ein LF 8/6 in Dienst
gestellt.
Erstmals besitzt nun die Feuerwehr ein Fahrzeug mit Wasser an
Bord.
Dieses trägt weiter zur Erhöhung der Einsatzbereitschaft
unserer Wehr bei.
1998
Festigung und Erhalt des ZS-Standortes Seybothenreuth.
1999/2000
Durch Herabsetzung des Eintrittsalters im Jugendbereich auf 12
Jahre sowie intensive Öffentlichkeitsarbeit
konnten der bestehenden Jugendgruppe bis dto. 16 Neuaufnahmen
zugeführt werden.
Durchführen des 140-jährigen Gründungsfestes.